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Herbstveranstaltung der Regionalgruppe Süd

14.04.2016 21:35

Am 24. Oktober 2015 fand die VDTF Herbstveranstaltung der Regionalgruppe Süd in den Räumlichkeiten der CHT R. Beitlich GmbH in Tübingen statt. Die mit 70 Personen erfreulich hohe Teilnehmerzahl, spricht für die ausgewählten Vortragsthemen und den Vortragsort.

Gestartet wurde die Veranstaltung mit Ehrungen verdienter Mitglieder durch den 1. Vorstand Herrn Lingel: Gold für die Herren Hans-Joachim Schrödter für 60 Jahre, Dieter Köbrich für 50 Jahre und Rudolf Dathe für 40 Jahre Mitgliedschaft. Silber für jeweils 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft für die Herren Bernd Jakob, Herbert Maier und Jörg Seelmann.

Herr Lingel informierte die Teilnehmer dass der Verein die Stelle des Jugendvertreters bzw. Jugendvertreterin besetzen möchte. Zwischenzeitlich hat sich Frau Isabell Nägle für dieses Amt zur Verfügung gestellt.

Herr Dr. Dieter Böttger, MDS Prozesstechnik, Moers startete die Vortragsreihe mit dem Thema „Abluftreinigung und Energierückgewinnung“. Behördliche Änderungen und Umweltauflagen zwingen die Textilveredlungsbetriebe zu mehr und mehr reinigenden Abluftmaßnahmen. Speziell in Trocknungsprozessen, beispielhaft erläutert am Spannrahmen verschiedener Hersteller, ist diese Kombination der Abluftreinigung und gleichzeitiger Energierückgewinnung ein immer wiederkehrendes, herausforderndes Anwendungsgebiet. Dr. Böttger stellte den Teilnehmern ein Abluftreinigungssystem vor, das auf der UVC/Ozon-Technologie basiert, die sich für die gestellten Anforderungen in der Textilveredlungsindustrie besonders eignet. Eine Kombination aus den nacheinander geschalteten Komponenten, Wärmetauscher, Wäscher, UV-C-Lampen, Reaktionsrohr Ozon, Katalysator und Ventilation führt die gereinigte Abluft zum Kamin. Die Anlage zeichnet sich durch geringen Energieverbrauch und geringen Platzbedarf aus und ist rezepturgesteuert. Vorteilhaft, so Herr Dr. Böttgers Ausführungen, ist die NOX- und CO-freie Abluft, ein reduzierter C-Ges.-Anteil und die Eliminierung von eventuellen Geruchs-belästigungen.

Der zweite Referent, Herr Andreas Bayer von CHT R. Beitlich GmbH, stellte in zwei Vortrags-teilen mit den Themen „Formaldehyd- Neuklassifizierung und Auswirkungen“ und „ZDHC Initiative - Die Erwartungen in der textilen Kette ändern sich“ praxisnah aktuelle Anforderungen an die Textilveredlung vor. Im ersten Teil wurde erläutert, wie sich ab dem 01.01.2016 EU-weit die Gefahrstoffklassifizierung von Formaldehyd - von bisher „Karzinogen, Kat. 2“ (Verdacht auf krebserzeugende Wirkung) in „Karzinogen, Kat. 1B“ (in Tierversuchen nachgewiesene Wirkung) und „Mutagen, Kat. 2“ (Verdacht auf erbgutverändernde Wirkung) - ändert. Chemische Produkte, die größer oder gleich 0,1 % Formaldehyd enthalten, werden gemäß EU Chemikalien-recht ebenfalls als „Karzinogen, Kat. 1B“ klassifiziert. Daraus ergeben sich für diese Produkte unter anderem verschärfte Pflichten im Arbeitsschutz, bei der Lagerung sowie bei den Grenz-werten in der Abluft. Problematisch sind hierbei die Spannrahmenprozesse zu sehen. Ein Beschluss wurde bisher noch nicht gefasst.

Die ZDHC Initiative (Zero, Discharge of Hazardous Chemicals) wurde von mehreren Marken-herstellern als Reaktion auf die Greenpeace DETOX Kampagne bereits 2011 gegründet. Die ZDHC Initiative, der inzwischen 20 größere Markenhersteller angehören, hat sich hierbei zum Ziel gesetzt, die Produktionsprozesse in der textilen Kette nachhaltiger, sicherer und umwelt-freundlicher zu gestalten. Dazu findet ein Austausch mit zahlreichen Interessengruppen -  Behörden verschiedener Länder (z.B. Deutschland, Schweden, China), Vertreter von Textilhilfsmittel- und Farbstoffherstellern, Industrieverbänden, private Zertifizierungs-organisationen, Testinstitute sowie Experten für Gefahrenbewertung und Umweltmanagement und Nichtregierungsorganisationen - statt. Durch diese Aktivitäten sowie die Erstellung eines Auditprotokolls und Trainingsmodulen durch die ZDHC Initiative erwartet Herr Bayer eine nachhaltige Änderungen in der Textilen Kette und äußerte die Hoffnung, dass sich die unge-heure Vielzahl an textilen Anforderungen über Initiativen wie ZDHC vereinheitlichen lassen.

Im nachfolgenden Vortrag von Herrn Ralf Kattanek, CHT, mit dem Titel „Fluorfreie Hydrophobierung mit ZeroF®“, stand die Funktionalität und das Anforderungsprofil von wasserabweisenden Textilausrüstungen im Mittelpunkt. Arbeitsschutzbekleidung stellt hohe Anforderungen an den Effekt der Wasser-, Öl-, Schmutz- u./o. Chemikalienabweisung, diese werden bisher mit Fluor-Verbindungen erreicht. Bei vielen Anwendungsgebieten wie z.B. im Outdoor und Sportbereich ist eine Ölabweisung jedoch nicht unbedingt notwendig. Eine konsequente ökologische Alternative zu per- und polyfluorierten Ausrüstungsprodukten ist hier zeroF®. Die geforderte sehr gute Wasserabweisung wird bestätigt durch hervorragende Testergebnisse im Bundesmann und Spraytestverfahren. Die für den Outdoor-Bereich geforderte Permanenz des wasserabweisenden Effektes wird erreicht, so Herr Kattanek.

Zum Abschluss der Herbstveranstaltung wurden die Teilnehmer von der CHT zum Mittagessen eingeladen. An dieser Stelle bedankt sich die Regionalgruppe Süd nochmals sehr herzlich bei der Firmenleitung der CHT für die Bewirtung und Gastfreundschaft.

Die nächste Veranstaltung findet am Donnerstag, den 14. April 2016 in der Hochschule Reutlingen statt. Als Generalthema wird es um das Schlagwort "Nachhaltigkeit" und dessen Facetten gehen. Das genaue Programm wird rechtzeitig mit der Einladung bzw. auf der VDTF Website bekannt gegeben.

 

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der Regionalgruppe Süd erhalten Sie über die Geschäftsstelle Herrn Roland Adrion, Michelbach, Telefon: 0173-3180885 oder über die Homepage des VDTF unter www.vdtf.de.

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