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2 Referenten begeistern 20 interessierte Teilnehmer

31.03.2017 22:20

2 Referenten begeisterten in der Abendveranstaltung der Regionalgruppe Süd in Riederich 20 interessierte Teilnehmer aus den textilnahen Branchen der Textilveredler, Beschichtung, Textilchemie, Kettwirkerei, Qualitätsmanagement, Prävention und Lehre. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Edmund Lingel referierte Dipl.-Ing. Lars Hahn vom Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresdenüber das Thema „Carbonbeton – neue Perspektiven im Bauwesen“. Ende des letzten Jahres wurde der Deutsche Zukunftspreis des Bundespräsidenten an die sächsischen Professoren M. Curbach, C. Cherif und P. Offermann verliehen. Ausgezeichnet wurden die Forschungsleistungen zum Baustoff Carbonbeton und die Marktfähigkeit des Produkts.
Kennwertevergleiche zwischen Carbonbeton und Stahlbeton zeigten den Teilnehmern die Vorteile und Chancen bezüglich der Anwendungseigenschaften und Marktpotentiale, wie z.B. die Ressourcenschonung durch massive Gewichtsreduktion der Betondeckung, die hohe Zugfestigkeit, sowie die Korrosionsbeständigkeit und die damit verbundene längere Lebensdauer von Objekten im Baugewerbe. Filigrane Bauweisen ermöglichen zudem neue architektonische Möglichkeiten durch die Multiaxial-Kettenwirktechnik mitprozessintegrierter bzw. nachträglicher Beschichtungstechnologie.

Das zweite Thema „Maßgeschneiderte Carbon Fasern durch innovative Schlichte Systeme“, vorgetragen von  Dr. Alexander Kurek, SGL-Group, beinhaltet einen Einblick in die Herstellung der Carbonfasern. Polyacrylnitrilfasern werden durch thermische Oxidation und Carbonization modifiziert und durch spezielle „Schlichten“ geschmeidig und maßgeschneidert verarbeitbar gemacht. Die in der Carbonfaserherstellung benötigte Schlichte (Begriff: hier nicht mit Kettbaumschlichte verwechseln. Entspricht eher dem Ausrüstungsbegriff der Imprägnierung mit Kunststoffmonomeren) sorgt z.B. für Geschmeidigkeit, Festigkeit, antielektrostatische Effekte u. a. funktionelle Eigenschaften.
Einzelne Carbonfaserprodukte finden in vielen Anwendungsprodukten wie z.B. Möbel, Automobil, Flugzeugbau und in der Raumfahrt teilweise Einzug. „Noch baut keiner ein komplettes Auto mit Carbonfasern bzw. Carbonfasercomposits“. Doch das geringere Gewicht, die hohe Steifigkeit und Korrosionsbeständigkeit, nicht nur im alkalischeren Beton, führen zu immer mehr Anwendungsmöglichkeiten spezieller Carbonfasern.

(Thomas Guschlbauer)

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